Körperintelligenz – Wunderwaffe im Alltag

Aktualisiert: 16. Sept 2019

Es gibt viele Intelligenzen, in denen wir uns fortbilden können... in einer finanziellen, emotionalen oder sozialen Intelligenz beispielsweise. Eine weitreichend unterschätzte und wenig bekannte Intelligenz ist die körperliche Intelligenz – kurz K.I., dessen Begründer Karl Grunick mir viele Male ein Lehrer und Vorbild war.


Was ist K.I.?

Wir lernen im Laufe unseres Lebens durch die verschiedenen Prägungen und äußeren Einflüsse, uns auf bestimmte Art und Weisen zu verhalten. Jeder Mensch entwickelt dadurch eine individuelle Wahrnehmung und auch persönliche Strategie, mit den Herausforderungen und Überzeugungen umzugehen, die durch seine Herkunft entstanden sind. Das entspricht einem re-agieren. Auf etwas, das von außen kommt. Das aus sich selbst heraus agieren -– ohne das „re“. K.I. bringt genau das zum Vorschein, denn ohne das „re“ fallen z.B. Absichten weg, wie:


- ich will gefallen

- ich will gemocht werden

- ich will gesehen und anerkannt werden

- ich brauche Aufmerksamkeit/ Zuspruch

- ich will nicht verletzt werden/ mich schützen

- ich will helfen

- ich will beraten/ unterstützen

- ich will etwas weghaben

- ich habe Erwartungen an mein Umfeld

- ich will beeinflussen/ einen Vorteil für mich rausholen


Diese Absichten sind in der Regel unsere Saboteure, die uns dazu bringen, etwas zu sehr zu wollen. Wenn Sie sich vor einen Menschen stellen und mit allen Mitteln versuchen, die beispielhaft genannten Absichten durchzuboxen, werden Sie vermutlich etwas anderes ernten – nur nicht das, was sie gewollt haben. Jeder Mensch wird mit einer natürlichen Körperintelligenz geboren, im Laufe seiner Prägungen vergisst er nur, dass sie da ist. Das ist die leise Stimme, die sich ab und an meldet und sagt: „hier stimmt was nicht“, die klar macht, dass etwas an der natürlichen Ordnung verloren gehen würde, die in jedem Organismus individuell herrscht.

Und wenn wir uns der Absichten und Muster bewusst werden, die wir uns angeeignet haben, können wir üben, uns wieder unseres K.I. zu bedienen. Wir können aufhören zu ackern, es schwer zu machen oder unbequem. Das K.I. kann keine von außen gegebene Form (Absicht, Haltung etc.) verarbeiten. K.I. – stehend für die Lebensenergie – kann nur fließen, wenn sich die Form individuell und ganz intuitiv entwickeln und dann ausdrücken darf – von innen nach außen. Ohne Vorgaben oder Einschränkungen, Absichten oder Erwartungen. K.I. ist der Ausdruck seiner eigenen Natürlichkeit, frei von Absicht und etwas „Gemachtem“. Natürlichkeit sowohl in körperlicher Form als auch durch innere Zustände wie Klarheit, Wahrhaftigkeit, Präsenz und Bewusstsein/ Intuition.


Wie geht K.I.?

Ich werde oft gefragt, wie man absichtsfrei sein kann, wenn man doch etwas möchte… im K.I. sein sei doch auch eine Absicht!? Als Antwort gebe ich dann: K.I. ist nichts, was man macht. Man ist einfach. Indem man sich spürt… atmet, seine Stimme benutzt und sich bewegt – ohne zu schlapp oder zu fest zu sein. Eben in einer natürlichen Haltung, die weder anstrengt noch hergestellt werden muss. Für meine Workshop-Teilnehmer ist es oft eine Sensation zu entdecken, dass sie nichts machen müssen, um im K.I. zu sein. Sie können es einfach abrufen lernen und dann genießen, so angenehm mit sich selbst im Kontakt zu sein. Denn nichts anderes lösen Atmung, Ton und Bewegung aus: wir spüren unseren Körper wieder. Innerhalb des K.I. gibt es mehrere Ebenen und Qualitäten.


1. Eine rein technische Variante ist es, seinen Körpertonus zu nutzen. Tonus meint die schon beschriebene, natürliche Haltung ohne Anstrengung. Ein Untertonus wäre dagegen, wenn Sie sich in sich zusammenfallen ließen, eine gebückte Haltung einnehmen und hängende Schultern haben. Ein Übertonus wäre, wenn Sie eine Dauerspannung in Ihren Muskeln haben, angestrengt dafür sorgen, eine starre und festgezurrte Körperhaltung und –form einzunehmen und ihren Kiefer pressen. Den Grundtonus dagegen zeichnet eine natürliche Grundspannung aus, die keiner besonderen Haltung oder Spannung bedarf. Sie ist aufrecht, klar, präsent, bewusst und leicht.


2. Die nächste Variante für das K.I. geht einen Schritt weiter. Der größte Unterschied zum Tonus ist, dass es auf dieser Ebene nicht nur um Muskeln und Haltung geht, sondern um einen emotionalen Kontakt mit sich selbst. Darin spüren Sie sich selbst mit Ihren Gefühlen, Empfindungen und Wünschen, während Sie im Grundtonus sind.


3. Die dritte Variante verbindet den Tonus mit dem Kontakt zu der eigenen Innenwelt und der des Gegenübers… auf emotionaler, energetischer (oder feinstofflicher) Ebene und ist damit der Ausdruck von Lebensenergie, die sich auch Q.I. nennt – Quantum-Intelligenz. Auf dieser Ebene braucht es eine Feinfühligkeit für sich und andere und ist damit auch diejenige, die am Intensivsten geübt wird.


Warum ist das K.I. eine Wunderwaffe?

Wenn Sie den Unterschied zwischen


- Ego und Wahrhaftigkeit (aufrichtig und offenherzig, absichtsfrei)

- Innerlich abwesende Haltung und Präsenz (aufmerksam mit allen Sinnen)

- Unsicherheit und Intuition (als ein natürliches Gespür sich selbst)


spüren und umsetzen können, haben Sie einen untrüglichen Barometer in sich. Dieser Barometer sagt Ihnen ganz zuverlässig, ob sie sich übergehen, ob Ihnen jemand etwas „überhelfen“ will, ob sie sich fest machen oder vergessen zu atmen. Dieser Barometer passt sehr gut auf Sie auf und hilft Ihnen, zu sich selbst zu stehen, Alltagsfallen zu erkennen und mit Ihren Kräften zu haushalten.


Weiterhin wird die Komplexität von den verschiedenen Schwierigkeiten und Herausforderungen im Alltag auf ein einfaches Prinzip runtergebrochen - Absichtsfreiheit. Wenn Sie sich nicht mehr anstrengen und wahrhaftig, präsent und intuitiv sind, gelingen Ihnen innerhalb der Komplexität die Dinge viel leichter, entspannter, ruhiger, zuversichtlicher und kraftvoller. Und als Bonus sozusagen erhalten Sie Ihr Gespür für sich zurück… zu ihrem Körper, ihren Empfindungen und Wahrnehmung.


Ein weiterer, wie ich finde, wichtiger Aspekt der Wunderwaffe K.I. ist das Entdecken der eigenen Innenwelt und Herangehensweise. Jemand, der sehr kopflastig agiert und Dinge mental zu erklären versucht, beraubt sich seiner Vollständigkeit, weil er doch noch viel mehr ist als sein Kopf… sein Herz und sein Bauch zum Beispiel. Das Zeichen des Ying und Yang macht es uns ganz passend vor:

Wenn Sie nur einen nervigen oder unangenehmen Teil von sich weghaben möchten, trennen Sie etwas von sich. Denn nur weil es sich vielleicht unbequem oder fremd anfühlt, heißt das nicht, dass sich nichts Gutes dahinter verbirgt. Und solange Sie das Eine oder das Andere wollen, werden Sie auch nur das Eine oder das Andere bekommen. Nie beides. Das bedeutet, dass Sie sich 50 % Ihres Wesens selbst wegnehmen würden. Wäre das nicht wirklich schade? Das Ying und Yang Zeichen dagegen vereint in beiden Seiten Aspekte der anderen Seite in sich. Auf diese Weise können alle Ebenen und Qualitäten, seien Sie „gut“ oder auch „schlecht“, da sein und aus dem entweder oder wird ein und: „Ich mag nicht alles an mir/ dir UND bin trotzdem präsent.“


Was hat K.I. mit „Kriegerwelten“ zu tun?

Ich habe zwei Krieger-Seminare besucht, habe viel mit Holzschwertern geübt und mich mit den Qualitäten eines Kriegers/einer Kriegerin beschäftigt. Und verglichen mit den drei Ebenen des K.I., hat ein Krieger ähnliche Erfolgschancen:


Wenn sich ein Krieger damals nur um seine eigene Stabilität gekümmert hätte (technische Ebene), wäre er relativ schnell draufgegangen. Er musste in der Lage sein, seine Mitstreiter zu spüren und eins mit ihnen zu sein (Kontakt-Ebene). Mehr noch: er musste sich in seine Gegner hineinversetzen können, um Ihre Schwachstellen zu erkennen (Quantum-Ebene). Nur so hatte er eine Chance.


In unserer heutigen Welt gibt es zwar keine Krieger (wie im damaligen Sinne) mehr, aber ihre Fähigkeiten sind noch genauso wichtig. Und wie damals kann das K.I. dabei helfen, seine Fähigkeiten so intensiv wie möglich zu nutzen. Und deswegen habe ich Kriegerwelten gegründet. Um die Aspekte miteinander zu vereinen und uns modernen Menschen zugänglich zu machen. Um wieder ein Stück von sich selbst zurückzuholen und zu entdecken, was alles noch möglich ist!


Fazit

K.I. ist nicht die Universal-Antwort auf alle Probleme des Alltags. Aber es ist, wenn Sie mich fragen, DER Begleiter überhaupt für ein wahrhaftiges, präsentes und intuitives Leben… das man gern lebt… das Freude bereitet… das zu mutigen Schritten einlädt… indem Sie über sich hinauswachsen können.


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